Schützengesellschaft " Waldfrieden " Kastenau

Ein lang gehegter Wunsch vieler Kastenauer ging am 16. März 1963 in Erfüllung. In der Waldwirtschaft Kastenau wurde ein Schützenverein gegründet. Die Initiatoren Karl Schreier und Josef Kefer hatten alle notwendigen Schritte für eine Vereinsgründung in die Wege geleitet. Zum Ersten Vorstand und Schützenmeister wurde Karl Schreier gewählt, Zweiter Schützenmeister wurde Franz Riedl, Erster Kassier Franz Linhuber, Zweiter Kassier Josef Kefer und Erster Schriftführer Beni Schmöller. Alss Schießlokal wurde mit Erlaubnis der Brauerei das neben der Wirtschaft stehende "Salettl" eingerichtet. Der Andrang zu den Schießabenden war riesengroß. Der erste Schützenkönig im Leben des jungen Vereins wurde eine Frau. Erika Habl hatte die Ehre, für ein Jahr die neu geschaffene Königskette bei Festveranstaltungen zu tragen. Erika Habl war auch die erste Stadtmeisterin mit dem Luftgewehr.

1964 Vereinsfahne

Im Mai 1964 wurde eine eigene Vereinsfahne angeschafft. Mit einer festlichen Fahnenweihe unter Mitwirkung zahlreicher Vereine und Musikkapellen wurde auf dem Festplatz hinter der Kastenauer Kirche die Fahne mit der Aufschrift " Scharfes Aug und sichre Hand braucht der Schütz am Schützenstand " vom damaligen Kastenauer Pfarrer H. Eberl geweiht. Diesem festlichen Ereignis ging ein Heimatabend in der damaligen Markthalle voraus. Zahlreiche Trachten- und Schützengruppen sowie eine Musikkapelle aus Trens in Tirol sorgten für die Unterhaltung der zahlreichen Fest- und Ehrengäste. Bereits 1965 war der Schießstand zu klein, so dass der Anbau einer neuen Schließanlage notwendig wurde. Mit überwiegender Eigenleistung durch die Mitglieder wurde die neue Schließanlage mit acht Ständen fertig gestellt.

 

 

Jetzt konnte man sich an den Gau-Rundenwettkämpfen beteiligen, und die Leistungen der Schützen wurden immer besser. Die Luftgewehr-Mannschaft erreichte in den folgenden Jahren jeweils den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse.

 

 

Hallenbadschießen 1968

Die erste größere Schießveranstaltung war das Hallenbadschießen. Zu diesem attraktiven Preisschießen kamen 357 Schützen aus 47 Vereinen. Der Erlös dieses gelungenen Preisschießens wurde zur Errichtung des Rosenheimer Hallenbades zur Verfügung gestellt. Schützenmeister Karl Schreier konnte dem Schirmherrn, Oberbürgermeister Dr. Albert Steinbeißer, einen stattlichen Geldbetrag überreichen. Karl Schreier konnte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nicht mehr ausführen. Franz Riedl wurde zum neuen Schützenmeister gewählt. Ein Jahr später konnten die Kastenauer ihr 10-jähriges Bestehen feiern. Mit einem traditionellen Preisschießen, zu dem zahlreiche Schützen aus dem Gau kamen, wurde erneut die große Kameradschaft unter den Kastenauer Schützen unter Beweis gestellt.

 

Im Oktober 1974 übernahm Helmut Klinger das Amt des 1. Schützenmeisters im Gau Rosenheim. Seinen ersten Erfolg konnte Helmut Klinger im nächsten Jahr mit der Renovierung des Schützenhauses verbuchen. Von Mai bis Oktober 1975 wurde das Schützenheim innen und außen in 1700 freiwilligen Arbeitsstunden von fleißigen und treuen Mitgliedern auf Hochglanz gebracht. Zur Einweihungsfeier war alles im Schützenhaus versammelt, was bei den Schützen Rang und Namen hatte. Gauschützenmeister Walter Deisenberger überreichte Schützenmeister Helmut Klinger für seine Verdienste um das Schützenwesen das Protektoratsabzeichen des BSSB. 1978 wurde das 15-jährige Bestehen mit einem Preisschießen für 15 geladene Vereine würdig gefeiert. Über 350 Gewehr- und Pistolenschützen nahmen daran teil.

 

 

Der Erfolgreichste: Helmut Klinger

Natürlich gab es auch sportliche Erfolge für die Kastenauer Schützen. So kamen bei Gaumeisterschaften Kastenauer Schützinnen und Schützen mit Luftgewehr und Luftpistole zu Meisterehren. Ebenso wurden bei den verschiedensten Preisschießen zahlreiche Mannschaftspokale und Einzelpreise gewonnen. Allen voran war und ist Helmut Klinger der erfolgreichste Schütze seit Bestehen des Vereins: dreimaliger Stadtmeister Pistole, 10-maliger oberbayerischer Mannschafts- und Einzelmeister Luftpistole und Freie Pistole, bayerischer Vizemeister Luftpistole, 5-maliger Gaumeister Luftpistole und Freie Pistole. Von 1980 bis 1982 war er Mitglied im bayerischen Pistolen-Kader. Als Meisterschütze war es natürlich für den 1. Schützenmeister leichter, den Nachwuchs im eigenen Verein zu fördern. Seit es einen Jugendstadtmeister Pistole gibt, waren die Kastenauer Schützen Michael Saida, Georg Schnitzer und Erich Knörzer fünfmal Titelträger.

 

1983 wurde das 20-jährige Bestehen gefeiert. Mit einem Festgottesdienst mit anschließendem Festzug im April und einem Preisschießen im September wurde diesem Jubiläum ein würdiger Rahmen gegeben. Die Organisation dieser Veranstaltung war die letzte Amtshandlung vom 1. Schützenmeister Helmut Klinger. Aus beruflichen Gründen musste er nach 9-jähriger Amtszeit seinen Posten als 1. Vorstand aufgeben. Nachfolger wurde Franz Reiter, der mit seiner jungen Vorstandschaft im Sinne seines Vorgängers und des Gründers und jetzigen Ehrenschützenmeisters Karl Schreier weiter arbeiten wird.

 

(Bericht aus dem Buch "Sportstadt Rosenheim", erschienen 1984 im Hans Bentzinger Verlag Rosenheim)

 

 

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